The role of technology in crafting customer experience

Jan 12, 2022

Warum gute Ideen scheitern – und was Investoren über Teams wissen sollten

Warum gute Ideen scheitern – und was Investoren über Teams wissen sollten

Warum gute Ideen scheitern – und was Investoren über Teams wissen sollten

Warum gute Ideen scheitern – und was Investoren über Teams wissen sollten




Gute Ideen sind nicht das knappe Gut



Im Venture Capital werden jedes Jahr tausende vielversprechende Ideen präsentiert. Große Märkte, innovative Technologien und überzeugende Geschäftsmodelle gehören zum Alltag von Investoren. Und doch scheitert ein erheblicher Teil dieser Startups – oft trotz objektiv guter Ausgangslage.


Die zentrale Erkenntnis aus Venture-Portfolios, Accelerator-Programmen und Forschung ist eindeutig:

Startups scheitern selten an Ideen. Sie scheitern an Teams.


Für Investoren ist das eine unbequeme Wahrheit. Denn während Ideen, Märkte und Zahlen vergleichsweise gut analysierbar sind, bleiben menschliche Faktoren häufig unscharf – und werden deshalb unterschätzt.




Die häufigsten Gründe, warum gute Ideen scheitern



Auswertungen gescheiterter Startups zeigen wiederkehrende Muster. Zu den häufigsten teambezogenen Ursachen zählen:


  • ungelöste Konflikte zwischen Co-Foundern

  • unklare Rollen und Verantwortlichkeiten

  • fehlende Entscheidungsstrukturen

  • mangelnde Führungsfähigkeit in Wachstumsphasen

  • psychische Überlastung einzelner Schlüsselpersonen



Auffällig ist: Diese Probleme entstehen selten plötzlich. Sie sind von Beginn an angelegt, werden aber oft erst sichtbar, wenn bereits Kapital investiert ist.




Warum Pitchdecks Teamrisiken nicht abbilden



Pitchdecks sind ein zentrales Instrument im Investmentprozess. Sie strukturieren Ideen, Märkte und Visionen. Doch sie zeigen nur einen Teil der Realität.


Was Pitchdecks nicht zeigen können:


  • wie Entscheidungen im Alltag getroffen werden

  • wie Teams mit Konflikten umgehen

  • wie Führung unter Druck funktioniert

  • wie belastbar Gründer langfristig sind



Investoren sehen im Pitch vor allem Performance unter Idealbedingungen. Der unternehmerische Alltag ist jedoch geprägt von Unsicherheit, Zeitdruck und Zielkonflikten. Genau dort entscheidet sich, ob eine gute Idee tragfähig ist.




Teamdynamik als systemisches Risiko



Teams sind keine Summe einzelner Persönlichkeiten, sondern soziale Systeme. Risiken entstehen nicht nur durch individuelle Schwächen, sondern durch Wechselwirkungen:


  • doppelte oder fehlende Rollen

  • unausgesprochene Erwartungen

  • Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse

  • unklare Entscheidungswege



Ein starkes Produkt kann diese Dynamiken kurzfristig überdecken, aber nicht dauerhaft kompensieren. Unter Wachstumsdruck treten strukturelle Schwächen unweigerlich zutage.




Gründerqualität: Mehr als Kompetenz und Vision



Gründerqualität wird häufig auf Fachkompetenz, Marktverständnis oder Vision reduziert. Diese Faktoren sind wichtig – aber nicht ausreichend.


Psychologisch betrachtet umfasst Gründerqualität auch:


  • Selbstreflexion und Lernfähigkeit

  • Konfliktfähigkeit

  • Entscheidungsstärke unter Unsicherheit

  • Führungsreife

  • psychische Belastbarkeit



Diese Eigenschaften bestimmen maßgeblich, ob Gründer mit Wachstum, Investorenerwartungen und internen Spannungen umgehen können.




Warum Intuition für Investoren nicht genügt



Viele Investoren verlassen sich bei der Bewertung von Teams auf Erfahrung und Bauchgefühl. Erfahrung ist wertvoll – aber psychologisch betrachtet nicht objektiv.


Entscheidungsforschung zeigt, dass intuitive Urteile systematisch verzerrt sind:


  • Charismatische Gründer werden überschätzt

  • Ähnliche Profile wirken kompetenter

  • Erste Eindrücke werden übergewichtet

  • Kritische Hinweise werden unbewusst ausgeblendet



Ohne strukturierte Analyse bleibt die Beurteilung von Teams subjektiv, inkonsistent und schwer vergleichbar.




Psychologie als Werkzeug für bessere Investmententscheidungen



Psychologie bietet Investoren Methoden, um menschliche Faktoren systematisch zu erfassen. Dabei geht es nicht um einfache Persönlichkeitstests, sondern um wissenschaftlich fundierte Diagnostik aus:


  • Persönlichkeitspsychologie

  • Team- und Organisationspsychologie

  • Führungs- und Entscheidungsforschung

  • Stress- und Konfliktpsychologie



Diese Ansätze ermöglichen es, Teamdynamiken, Risiken und Entwicklungspotenziale frühzeitig sichtbar zu machen.




Human Due Diligence: Was Investoren über Teams wissen sollten



Der strukturierte Einsatz psychologischer Diagnostik im Investmentprozess wird als Human Due Diligence bezeichnet. Sie ergänzt klassische Due Diligence um eine fundierte Analyse von Gründer- und Teamqualität.


Human Due Diligence beantwortet zentrale Fragen:


  • Sind Rollen klar und funktional verteilt?

  • Wie konfliktfähig ist das Team?

  • Wie werden Entscheidungen getroffen?

  • Ist das Team skalierungsfähig?

  • Wo liegen potenzielle Eskalationsrisiken?



Ziel ist nicht Selektion, sondern Risikotransparenz und aktive Steuerung.




Fazit: Gute Ideen brauchen starke Teams



Gute Ideen sind notwendig – aber nicht ausreichend.

Langfristiger Erfolg entsteht dort, wo starke Teams gute Ideen umsetzen können.


Für Investoren bedeutet das:

Wer Teams systematisch versteht, trifft bessere Entscheidungen, reduziert Risiken und erhöht nachhaltig die Erfolgswahrscheinlichkeit seiner Investments.